digitaler widerstand

geschichtswissenschaft aus hannover

Wie ich arbeite 13. Oktober 2013

Filed under: Uncategorized — boerne4 @ 15:05

Angeregt durch den letzten Beitrag habe ich einmal überlegt, wie ich eigentlich arbeite. Ich beginne mit meinem Ziel: Möglichst alles, was ich mache, soll digital abgebildet werden, also möglichst kein Papier nutzen oder produzieren. Angefangen hat es damit, dass ich für Studienkommissionssitzungen immer große Papierstapel mit Ordnungen ausgedruckt habe, um dann am Ende festzustellen, dass das meiste Papier umsonst bedruckt worden war. Also warum dann nicht die Dateien mit dem Laptop mitnehmen, Anmerkungen und Korrekturen direkt vornehmen und das viele Papier sparen? Damals, so vor sechs, sieben Jahren habe ich schon mal eine Windows-Version von Evernote genutzt, die noch keine Cloud-Anbindung hatte, aber sogar eine bessere Möglichkeit bot, zu einer Sitzung Kommentare und Dokumente miteinander zu verbinden. 2007 wurde ich dann Mac-User und musste wechseln. Ein vergleichsweises Programm war damals übrigens Journler, das nicht mehr weiter entwickelt wird. Als dann die Mac Version von EN heraus kam, wechselte ich wieder zu diesem Programm, weil ich jetzt mit allen meinen Rechnern Daten synchronisieren kann. Wenn man übrigens die Funktionalität betrachtet, dann steckt EN noch immer deutlich hinter OneNote zurück, für das es aber keinen Mac Client gibt. EN ist im Vergleich einfacher, aber besser nutzbar aufgebaut.

EN macht besonders mit einem Tablet viel Spaß, wobei die iOS Version die beste ist – und für mich ein wichtiger Grund, ein iPad statt es eines Android Tablets (ein solches habe ich allerdings auch) oder eines Windows-Tablets zu nutzen.

EN nutze ich mittlerweile für fast alles. Auch für das Sammeln von Informationen, die nicht in einer Literaturverwaltung übernommen werden sollen. Ich lese mit dem ipad viele Online-Zeitungen und Blogbeiträge. Über die Readerfunktion von Safari habe ich einen gut lesbaren Text (analog zu Clearly), den ich als Email an meinen EN Account senden kann.
Als Literaturverwaltungsprogramm nutze ich übrigens Zotero, für das es auch einen Ipad Client gibt (Zotpad).

Der Hauptgrund, weshalb ich mein erstes Tablet angeschafft habe, war das in meinen Augen unergonomische Lesen von Büchern und längeren PDF Dateien wie Hausarbeiten oder Masterarbeiten am Rechner. Ich hatte lange Zeit auf e-ink Reader gesetzt. Aber vor ca. vier Jahren waren die nicht dafür geeignet – und sind es bis heute nicht. Das iPad war damals eine Offenbarung und ich habe trotz diverser Versuche nichts Besseres gefunden. Das gilt besonders auch für die Apps. Faszinierend übrigens, wie schnell die Apps für das iPad (ich meine jetzt die erste Version) optimiert wurden. Zunächst war es eine Qual, längere PDF Dateien zu lesen, weil jeder Seitenwechsel quälend langsam war. Bei gleicher Hardware wurde die Anzeigegeschwindigkeit immer besser. Inzwischen nutze ich neben reinen pdf Programmen wie iAnnotate besonders gern solche wie Notability, weil sie handschriftliche Markierungen und Notizen noch besser unterstützen. Gerade Programme wie Notability oder Notshelf habe ich für Android nicht finden können, die dortigen Angebote sind in meinem Augen deutlich schlechter. Das ist deshalb schade, weil gerade Samsung mit seinen Note-Rechnern eine faszinierende Stiftbedienung ermöglicht. Aber eben nur für die eigenen Programme. So behelfe ich mich weiter mit den unförmigen, aber gar nicht mal so schlechten Stiften für das ipad.

Wie man sieht, hat sich das Tablet für mich zu einer Schaltzentrale meines digitalen Lebens entwickelt. Hinzu kommt die in meinen Augen ziemlich gute Kamera des ipad Mini (auf dem ich diesen Text auch schreibe), so dass ich damit schnell analoge Texte oder Quellen abfotografieren und weiter verwenden kann.

Der normale Rechner ist immer mehr nur für die großen Schreibaufgaben zuständig. Aber auch hier ändert sich gerade etwas. Das Tablet hat mir gezeigt, dass die so umfangreich formatierten Texte nur selten notwendig sind, reine Schreibprogramme wie iAWriter oder Free oder Drafts, mit dem dieser Text geschrieben wird, reichen fast immer aus, vor allem wenn sie Markdown unterstützen. Mit Ausnahme des sehr guten Programms WriteMonkey, das es leider nur für Windows gibt, gefallen mit die Tablet-Editoren sogar besser als die für den Mac oder Pc. Gerade Drafts bietet unglaublich viele Möglichkeiten. Dieser Text kann etwa schnell nach EN exportiert werden. Würde ich Markdown hier nutzen, dann sogar gleich fertig formatiert. Jetzt fehlt noch eine gut nutzbare Fußnotenfunktion und für meine Aufgaben ist der klassische Rechner fast überflüssig. Was eigentlich schade ist
Demnächst dann ein paar Überlegungen zur Nutzung von Rechnern in der Lehre.

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