digitaler widerstand

geschichtswissenschaft aus hannover

Neue Medien und neue Technologien in der Lehrerbildung 19. Dezember 2013

Filed under: Uncategorized — boerne4 @ 07:38

iPad-Klassen einerseits, Lehrende mit tiefsitzender Furcht vor sozialen Medien und der Wikipedia andererseits; Literaturrecherche via JSTOR einerseits, Panikattacken beim Anblick von Studierenden, die einen aufgeklappten Laptop vor sich haben, andererseits. Der Einsatz neuer Medien und Technologien im universitären wie im schulischen Umfeld ist derzeit von starken Gegensätzen geprägt.
Zwar müssen Studierende schon jetzt in praktisch allen Fächern mit eLearning-Elementen arbeiten, insbesondere mit Stud.IP und OPACS, aber diese digitalen Elemente bilden weiterhin eher eine Ergänzung, keine wirkliche Erweiterung der Nutzung neuer Medien und Technologien dar. Dies gilt erst recht für die Arbeit mit Bildern oder Videos.
Diese Zurückhaltung sowohl der Lehrenden wie der Studierenden liegt allerdings – so meine These – nicht allein an der technischen Rückständigkeit oder einer weit verbreiteten Verweigerungshaltung der Lehrenden, sondern auch an gleichsam objektiven Faktoren. Zu diesen ist vor allem zu rechnen, dass neue Medien (hier vereinfacht formuliert) eine Fülle von Herausforderungen beinhalten, die zum einen zusätzliche Kenntnisse und Techniken seitens Lehrender wie Lernenden verlangen, aber auch zudem zeitintensiv sind. E-Learning ist kein schnelles Lernen, sondern ein langsames, zumindest in der Übergangsphase zwischen analogem und digitalen Lernen, in der wir uns gerade befinden.
Arbeiten mit neuen Medien und Technologien bedeutet eben nicht nur, fallweise einen Rechner oder ein Programm einzusetzen, sondern sich auf eine neue Form des Arbeitens einzulassen. Das heißt auch, sich ebenfalls der technologischen Herausforderung zu stellen – und zwar dauerhaft.
Gerade deshalb ist es notwendig, dass Studierende schon während ihres Studiums neue Medien integrativ nutzen, d.h. nicht additiv zur traditionalen, analogen Lehre, sondern als ein selbstverständliches Element erfahren und nutzen lernen. Es geht darum, eine neue Lehr- und Lernhaltung zu entwickeln, die auf der intellektuellen Neugier für neue Medien und für neue Technologien aufbaut. Hierzu muss es vielleicht gar nicht gehören, dass jeder/jede Videos analysieren kann, aber es muss dazu gehören, Computer und deren Software systematisch und für die jeweiligen Zwecke angemessen einsetzen zu können, sei es für die eigene Recherche, das eigene Schreiben oder das Lehren. Das alles muss auf einem wissenschaftlichen Niveau in der Universität stattfinden.
Erst dann sind Absolventen in der Lage, sich auch in anderen Kontexten wie der Schule sich in einer digitalen Umwelt (was sowohl die Nutzung des Internets, von Videos als auch die Verwendung angemessener Hard- wie Software betrifft) zu bewegen.
Zur Erreichung dieses Ziels wäre es zumindest anzustreben, in exemplarischen Seminaren systematisch neue Medien und Technologien einzusetzen, analog zu iPad-Klassen an den Schulen, um nicht nur Kenntnisse und Erfahrungen zu sammeln, sondern auch die Vorteile dieser Technologien für alle Beteiligten zu demonstrieren. Dann muss aber der Übergang in die reguläre Lehre erfolgen.

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